von William Shakespeare

Regie: Jürgen von Bülow

Die um keinen Witz verlegene Beatrice und der nicht minder witzige Benedikt geben vor, die Liebe zu verachten und werden dadurch zusammengebracht, dass man beiden getrennt anvertraut, der oder die andere sei in sie oder ihn verliebt. Das Tragische streift zwei andere Verliebte: Hero wird von dem intriganten Don Juan als Dirne verleumdet – Misstrauen bei dem verliebten Claudio, leidende Unschuld bei der glücklichen Hero.

Much Ado About Nothing gehört zu Shakespeares reifsten Komödien und ist Ende 1598 oder Anfang 1599, also kurz vor Eröffnung des Globe Theatre, entstanden. Der Voyeurismus wird auf die Spitze getrieben: In keinem anderen Stück Shakespeares wird so viel belauscht, spioniert, weitererzählt, kolportiert, bewusst fehl informiert und denunziert, wobei wir als Zuschauer die größten Voyeure sind. Vieles davon ist nur unbedeutendes Geschwätz, Klatsch und Tratsch, „viel Lärm um nichts“, wie der Titel des Stückes zu implizieren scheint. Ein Autor muss schon über ein gesundes Selbstbewusstsein verfügen, wenn er seine Ware mit so nonchalanter Geste feilbietet. 

Auch im Jubiläumsjahr schlagen wir natürlich unser großes Märchenbuch auf. Nach fünf Produktionen für die Erwachsenen, gehört die Weihnachts- und Winterzeit ganz den Kindern und solchen, die es noch ein bisschen geblieben sind.

Viele Klassiker haben wir schon gezeigt, aber eines der bekanntesten Märchen von Hans Christian Andersen fehlt noch in unserer Sammlung:

Des Kaisers neue Kleider

Scapin und Scapine sind ganz gewitzt. Sie gaukeln dem Kaiser vor, die schönsten Stoffe weben zu können. Und der eitle Kaiser möchte natürlich aus solchen Stoffen die schönsten Kleider besitzen. Nur: wer kann die Stoffe wirklich sehen? Eine Gaukelei zwischen Eitelkeit und Peinlichkeit und ein Theaterspaß für die ganze Familie.

Christiane Rieger-Klein und Miriam Steinmetz inszenierten das wunderbare Märchen von Andersen in einem frechen und frischen Gewand. Und mit den erlesensten Stoffen, die es auf den Bühnen wohl gibt 😉

Sie ist die Ikone der sechziger Jahre: Audrey Hepburn, im kleinen Schwarzen, mit Zigarettenspitze und verführerischem Blick. „Frühstück bei Tiffany“, „Ein Herz und eine Krone“ und „Sabrina“ waren Welterfolge. So faszinierend das Bild auch ist, das die Nachwelt von Hepburn festzementiert hat, so einseitig ist es. Das Stück der Hamburger Autorin Sigrid Behrens ist eine Hommage an Audrey Hepburn. Es gewährt einen Einblick in das Leben der Filmikone Hepburn und in das Leben der zarten und doch so starken Audrey, der Frau hinter diesen Rollen. „Hinter dieses Hochglanzporträt zu schauen, versuchen, die Person zu entdecken, die alles andere war, als ein Hochglanzporträt“, sondern eine schüchterne Frau mit einer Geschichte, die nicht immer divenhaft war, sondern zum Teil von starken Entbehrungen gezeichnet, von schwierigen Beziehungsverhältnissen“, schreibt die Autorin. 

Wir werden aus ihrem Leben erzählen und schauen, was zwischen den Zuschauern und dieser Person passieren wird, die behauptet, Audrey zu sein. Sie reflektiert, woran sie glaubt, wen sie hasst, warum sie sich von Partnern getrennt hat, was ihr Leben ausmacht. 

Eine große Herausforderung liegt vor Stefanie Heissler, die Schauspielerin, die sich an diese große Frau heranwagt. Aber es wird nicht darauf ankommen, möglichst genau Audrey darzustellen, an sie heranzureichen. Es wird eher darum gehen, wie es sich vielleicht anfühlen könnte, mal ganz kurz, für einen Augenblick wie sie zu sein und zu fühlen.

Szenen aus dem Landleben in vier Akten
von Anton Tschechow
Deutsch von August Scholz

Regie: Jonas Gärtner

Das träge Landleben, das der verbitterte Wanja gemeinsam mit seiner zynischen Mutter, seiner arbeitsamen Nichte Sonja, der senilen Kindfrau Marina und dem faden Nachbarn Telegin fristet, erfährt eine dramatische Aufhellung: Der in St. Petersburg lebende Professor Serebrjakow kommt gemeinsam mit seiner neuen Frau Jelena Andrejwena zu Besuch! Die sich durch Ereignislosigkeit und Stagnation auszeichnende Ordnung wird hierdurch auf den Kopf gestellt – ein Kreislauf aus unerfüllter Liebe, ungelebten Idealen und verwirkter Lebensführung durchzieht Szenen voller Zärtlichkeit und Härte und zeichnet Menschen, mit denen man zugleich leiden und lachen kann.
Anton Tschechows 1898 verfasste Tragikomödie bildet eine Art Destillat des Lebens, in dem sich über den Teppich der Resignation und Isolation deutlich erkennbar Momente der Erfüllung und des Glücks erheben. Dieses Destillat lädt zum Nachdenken über Sinn und Unsinn des Daseins, aber auch über Verantwortung des Menschen gegenüber von Gesellschaft und Natur ein.

Schauspiel von Hugo Hartung
Regie: Beate Schmidt-Gärtner, Marcus Joos

Ein deutscher Austauschstudent auf dem Weg nach Ungarn. Weit weg von der Heimat und mitten im Leben. Da verdrehen ihm gleich zwei Frauen den Kopf:
Die elegante Greta wird die charmante Begleiterin seiner Reise nach Budapest. Bei der Ankunft in Hódmezövásárhelykutasipuszta erlebt er aber gleich das Feuer und die Leidenschaft Ungarns. Piroschka ist nicht nur jung und schön, sondern auch ein ziemlicher Wirbelwind. Und so erlebt Andreas den Sommer seines Lebens, steht aber am Schluss vor einer Entscheidung, die kaum zu treffen vermag.

Die Koralle zeigte im Jubiläumsjahr und anlässlich der Heimattage eine Liebesgeschichte zwischen Dampfloks, Mais und Gulasch. Mit viel Musik, Tanz, Spiel und Spaß wurden die Zuschauer samt Belvedere in die Puszta entführt. Ungarische Nächte am Belvedere versprachen beste Unterhaltung für die ganze Familie.

Volkstheaterstück von Franz Geiger

Regie: Marcus Joos

Was tun, wenn sich die Haushälterin unsterblich in den Führer verliebt hat? Und was, wenn die Sache beginnt, unangenehm und sogar gefährlich für die eigene Karriere zu werden? Das fragen sich Studienrat Kürschner und seine Frau. Die Idee hat ein befreundeter Nervenarzt: Man engagiert einen Schauspieler, der als Adolf verkleidet die Dame auf den Boden der Realität zurückholen soll. Doch leider geht der Plan gründlich daneben. Nach einer folgenreichen Nacht schwebt die Perle Anna in noch höheren Sphären als zuvor. Als sie schließlich Liebesbriefe an den echten Hitler schreibt, eskaliert die groteske und spannende Situation und entwickelt sich zur tickenden Zeitbombe.

Franz Geiger (Mitautor von „Monaco Franze“ u.a.) hat versucht, den eigenen schmerzhaften Kriegserfahrungen mit Humor zu begegnen und mit diesem Stück den Spagat geschafft zwischen unterhaltsamem Volkstheater und ernster Tragödie. Im Münchner Volkstheater lief das Stück mit 50 ausverkauften Vorstellungen nach der Uraufführung mit großem Erfolg.
Die Koralle zeigte dieses Stück als Bruchsaler Erstaufführung im Rahmen der Heimattage 2015 zum Gedenken an die Zerstörung Bruchsals und das Kriegsende vor 70 Jahren. Und natürlich als zweite Premiere im Jubiläumsjahr „50 Jahre Die Koralle“. Regie führte das langjährige Korallemitglied Marcus Joos.

„Humor erweist sich als hilfreich bei der Vergangenheitsbewältigung.“ (Franz Geiger)

Regie: Felix Ezra Gärtner

Russland im tiefsten Winter:
Nicht nur die hungerleidende Bevölkerung, sondern auch der Hofstaat rund um Zarin Karina haben zu kämpfen. Zu allem Übel wird vom berüchtigten Zarenbaum ein Goldapfel nach dem anderen gestohlen. Handelt es sich bei dem Dieb etwa um den listigen Minister Rubelwitsch? Oder doch um die verantwortungsbewusste Kammerzofe Irma, die pfiffige Zarentochter Iwana oder… gar um einen Feuervogel?
So oder so steht die Macht der Zarin auf dem Spiel, denn beim Raub aller drei Goldäpfel vom Zauberbaum wird ein grausamer Herrscher neuer Zar von Russland. Gelingt es der Zarin, die verschwundenen Goldäpfel zurückzuholen und den Besitz ihrer Macht zu sichern?

Begeben Sie sich mit uns auf ein Abenteuer durch die russischen Wälder mit all seinen fabelhaften Wesen, insbesondere Feuervogel, welcher Antworten auf (noch) ungeklärte Fragen weiß…

Regie: Jonas Gärtner

Die Stadt Wien treibt dem völligen Sittenverfall entgegen.  Um dies zu verhindern muss der regierende Herzog handeln: andere Saiten sollen aufgezogen werden. Er gibt vor, eine längere Reise antreten  zu wollen und betraut für die Zeit seiner Abwesenheit den noch jungen und unerfahrenen Angelo, die Regierungsgeschäfte mit allen Vollmachten  wahrzunehmen. Dieser scheint ein Muster an Unbestechlichkeit und  Integrität zu sein.

Dennoch traut der Herzog ihm nicht gänzlich: Als einfacher Mönch verkleidet, beobachtet  er jeden Schritt seines Stellvertreters. Dieser wird bald mit  einem heiklen Fall konfrontiert. Ein junger Adeliger, hat seine  Geliebte geschwängert- ein Verbrechen, das mit der Todesstrafe geahndet wird. Da erscheint bei  ihm die Novizin Isabella und bittet um Gnade für den Mann – ihren Bruder. Der  junge Statthalter ist entschlossen, Gnade walten zu lassen – allerdings zu dem Preis, dass die Novizin ihm sexuell hörig sein solle. Dies nimmt der Herzog zum Anlass, Angelo vorzuführen und sich selbst wieder als legitimen Herrscher einzusetzen. Am Ende erscheinen alle vor dem von seiner  angeblichen Reise zurückgekehrten Herzog: Vor seinem Urteil erscheinen alle Figuren als Opfer und Täter zugleich.

Das Bruchsaler Amateurtheater Die Koralle feierte Shakespeares 450. Geburtstag mit einer der außergewöhnlichsten und düstersten Komödien des Meisters. Das Belvedere Bruchsal wurde zum Schauplatz von Macht und Missbrauch – von Verantwortung und Recht.

Volksstück von Fitzgerald Kusz, Badische Dialektfassung und Inszenierung von Manfred Rieger

„Sei ruhig Bub“, heißt es beim Konfirmationsfest des 14-jährigen Fritz. Der Ernst des Lebens beginnt: erste Uhr, erster Schnaps, zum ersten Mal länger aufbleiben. Die liebe Verwandtschaft ist zu einem großen Festessen eingeladen.

Eigentlich sollte es das Fest von Fritz sein, aber die Erwachsenen funktionieren es um. Sie benutzen sein Fest, um sich zu produzieren. Ungeniert tragen die Gäste ihre Konflikte vor dem Konfirmanden aus. Die Hauptperson wird zum Statisten degradiert, zu dem die Mutter nur sagt: „Sei ruhig Bub, sonst wird dein Essen kalt.“ Die, die nichts mitzuteilen haben, füttern ihn mit Lebensweisheiten und stopfen ihm das Maul mit Knödeln.

Je später die Stunde mit zunehmendem Alkoholkonsum, umso haltloser lässt man sich gehen. Was sich zunächst als so bieder und normal gegeben hat, ist in Wirklichkeit nur Fassade.

Onne und Ingrid sind nicht nur die besten Putzkräfte im Theater im Riff, sie sind auch unschlagbar, wenn es um philosophische Betrachtungen des Lebens im reinsten Dialekt geht. Ob mit Pfälzer Dialekt oder uf wiesedälerisch – wenn die beiden aufeinandertreffen bleibt kein Auge trocken. Drei Programme haben die beiden in den letzten Jahren vor stets ausverkauftem Haus gezeigt, dazu etliche Gastspiele und Sonderveranstaltungen gestaltet und auch einige Male das Rifffeschd moderiert. In einem „Best of“ zeigten sie alle drei Programme an einem Abend – in kompletter Länge. Szenen aus dem Berufsalltag wechselten zu Oma- bzw. Tante-Freuden. Und schließlich war da noch der (Un-)Ruhestand zu bewältigen. 

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